Leitziele der GGS Amern

Die Grundschule ist eine gesellschaftliche Basisinstitution. Sie ist für die Zeit des Schulbesuchs die zentrale Lebens- und Lernstätte für die Kinder. Der Verpflichtung zum Schulbesuch auf Seiten der Kinder entspricht auf Seiten der Schule, aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer eine Verpflichtung zur umfassenden Sorge für die Persönlichkeitsentwicklung der Schulkinder. Diese Aufgabe umfasst die Bildung und Erziehung der Kinder und schließt ihre physische und psychische Gesundheit ein. Wir verstehen unsere Schule nicht nur als Unterrichtseinrichtung, sondern auch als eine sozialpädagogische Institution. Als ein Haus, das allen Eltern und Partnern unserer Schule offen steht, auf deren Offenheit, Fürsorge und Hilfe wir angewiesen sind, um gemeinsam unsere Kinder zu lebenstüchtigen glücklichen Menschen zu erziehen.

 

Nur so kann unsere Schule den Fortbestand von Kultur und Demokratie sichern und den Schülerinnen und Schülern die notwendigen Fähigkeiten vermitteln, die für den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft notwendig sind, damit nachfolgende Generationen Verantwortung übernehmen, Staat und Gesellschaft mit- und neugestalten.

 

Unsere Schule möchte die bereits erworbenen Selbstlernfähigkeiten der Kinder aufgreifen, weiterentwickeln und die Kinder immer wieder ermutigen sich alle notwendigen Kompetenzen und Erkenntnisse möglichst selbständig anzueignen, gezielt unterstützt durch unsere Lehrkräfte im sozialen Raum der Klassengemeinschaft:

Lernen als Selbst- und Welterfahrung der Kinder

Bildung kann nur durch Selbständigkeit und Selbsttätigkeit gelingen. In offenen Unter­richts­formen wie offener Anfang, Werkstattarbeit, Wochenplan, Projekte, Gruppen- und Partnerarbeit geben wir den Kindern dazu Gelegenheit.

Geborgenheit und Lebensfreude

Unsere Schule soll den Kindern ein Haus sein, in dem sie sich angenommen und wohlfühlen, dass ihnen Geborgenheit und Schutz bietet. Das bezieht sich auf die räumliche Gestaltung, auf zeitliche Abläufe aber auch auf die Qualität der Unterrichtsangebote und die Haltung mit der Lehrerinnen, Lehrer und alle Mitarbeiter der Schule den Kindern begegnen.
Ein Haus, das eine klare Werteorientierung vorgibt, sie zu gemeinsamem Lernen, Handeln und Gestalten befähigt und eine positive Arbeitshaltung vermittelt. Bei steigenden Ansprüchen der Gesellschaft müssen wir auf das Recht der Kinder achten, Fehler zulassen und Zeit zur Entwicklung geben. Anstrengung und Freude am Lernen sollen sich gegenseitig bedingen. Lernanstrengung und Lernerfolge wollen wir ermöglichen.

Grundschule als Leistungsschule

Grundschulkinder wollen lernen, sie wollen etwas leisten. Wir beobachten ihre Lernfortschritte, motivieren und wertschätzen ihre Bemühungen. Wo Leistungs­möglich­keiten noch nicht voll entwickelt sind versuchen wir, diese zielstrebig und behutsam zur Entfaltung zu bringen. Besondere schuleigene Förderkonzepte leisten uns dabei ebenso wertvolle Hilfe wie sorgfältige Unterrichtsgestaltung und Unterrichts­qualität oder die Arbeit im Team der Jahrgangsstufen. Wir wollen die Kinder auf den Wettbewerb der Gesellschaft vorbereiten, indem wir ihr Selbstvertrauen stärken und ihnen bei Rückschritten und Niederlagen stets neue Strategien des Lernens aufzeigen, ihnen neue Chancen bieten.

Lernen an bedeutsamen Inhalten

Für die Bildung unserer Kinder sind die Qualität der Aneignung und die Sinnhaftigkeit der Lernaktivitäten wichtig. Wir greifen Lerninhalte auf, die einen Bezug zum Leben der Schülerinnen und Schüler haben und ihnen Gelegenheit bieten sich an Aufgaben zu bewähren.

 

Nur Lernergebnisse, die auch außerschulisch sinnvoll und wirksam erfahren werden, hinterlassen bei den Kindern Spuren und regen zu weiterem Lernen an.

Lernen in Zusammenhängen

Im Unterricht sind wir bemüht den Kindern die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Lernbereichen und Lerngegenständen zu erschließen. Fühlen, Denken, Forschen, Handeln und kreatives Gestalten werden an lernbereichsübergreifenden Vorhaben miteinander verknüpft. Nur so können Sach- und Sinnzusammenhänge erschlossen werden, nur so ist wirkliches Verstehen möglich.

Lernen in der Gemeinschaft mit anderen

Auch wenn sich Bildung bei jedem Kind individuell vollzieht, sind Prozesse des Austauschs und des Dialogs, die Beratung und Unterstützung in der Gruppe und in der Klassengemeinschaft unverzichtbar.

Wir fördern an unserer Schule die Prozesse des sozialen Lernens, stärken die Kooperationsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler, entwickeln ihre Kritikfähigkeit, Konflikt- und Streitkultur.

An unserer Schule besteht eine Streitschlichter-AG, die täglich in den Pausen von ausgebildeten Streitschlichtern (SchülerInnen der 3. und 4. Schuljahre) besetzt ist und von Mediatoren und Lehrkräften regelmäßig begleitet und unterstützt wird.

Gleichzeitigkeit von Differenzierung und Integration

Alle Schülerinnen und Schüler werden an der GGS Amern mit ihren persönlichen Voraussetzungen, Erfahrungen und Möglichkeiten angenommen. Seit vielen Jahren unterrichten wir integrativ im „Gemeinsamen Lernen“, das durch Sonderschulpädagoginnen, und bei Bedarf durch Integrationshelfer, unterstützt wird. Unsere Unterrichtsangebote werden hinreichend differenziert und in Förderplänen und Förderkonzepten festgeschrieben.

Dabei halten wir uns an den Grundsatz: So viel gemeinsam wie möglich, so viel getrennt wie nötig.

Chancengleichheit und Achtung vor dem Anderen

Alle Kinder, gleich welchen Geschlechts und gleich welcher Herkunft erfahren gleichermaßen Beachtung und Förderung, ihre Interessen und Fähigkeiten werden ernst genommen und aufgegriffen. Die Chancengleichheit und Teilhabe aller an den Errungenschaften der Gesellschaft, die Achtung vor der Individualität eines jeden Menschen sind uns wichtig.

Grundschule als Lernfeld für Demokratie

Die Mitwirkung an einer demokratischen Welt muss schon im Grundschulalter geübt werden. Wir sind vom ersten Schultag an bemüht, die Mitwirkungsmöglichkeiten der Kinder an der Unterrichtsgestaltung, des Schullebens und der in der Schule gepflegten Umgangsformen aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Dies kann Unterrichtsthemen und Unterrichtsinhalte, die Wahl von Lernzeiten und Lernpartnern, Lernwege und Methoden, Regelungen im Zusammenleben der Schulgemeinde betreffen, sowie die Mitgestaltung von Veranstaltungen und Festen im Schulleben.

Acht goldene Regeln für unsere Schulgemeinschaft begleiten uns auf diesem Weg.